Tina ist 48 Jahre alt und eine Frau, die ihre Wurzeln nicht vergessen hat. Aufgewachsen in Betten, ging sie ihren Weg über das Sängerstadt-Gymnasium bis nach Köln, wo sie als Rechtsfachwirtin in einer Anwaltskanzlei Fuß fasste. Ein erster Schritt zurück war dann Berlin – die große Stadt, Vielfalt, das pulsierende Leben, Möglichkeiten. Dann kam Corona und veränderte alles. Plötzlich wurde das Homeoffice zur Norm und zur Möglichkeit, die Straßen leerer und danach der Großstadtrummel noch erdrückender. Für Tina wurde klar: Sie sehnt sich nach etwas anderem, nach etwas, das sie schon immer in ihrem Herzen getragen hatte – die Rückkehr in die Heimatregion.
Heute lebt sie in Lugau. Ein Platz, an dem sie endlich sie selbst sein kann. „Das Beste an meiner Rückkehr war mein Mann“, sagt sie lachend, und man spürt sofort die Wärme in ihrer Stimme. Es ist ein Zuhause, das für sie nicht nur ein Ort, sondern ein Gefühl ist: Freiheit, Ruhe und Nähe zur Familie.
Tina erzählt offen von ihrem Weg: „Ich wollte nie wirklich weit weg. Ein bisschen ja, um mich zu entwickeln, selbstständiger zu werden – aber die Sehnsucht nach der Heimat war immer da.“ Berlin sei irgendwann zu laut, zu hektisch geworden. „Hier in der Region kann ich wieder frei atmen, ich kann nachts schlafen, weil es dunkel ist, die Luft besser, alles grüner.“
Diese Rückkehr brachte nicht nur Ruhe, sondern auch neue Perspektiven. Tina arbeitet weiterhin für ihre Kanzlei, jetzt aber flexibel – alternative Arbeitsmodelle machen es möglich. „Ich vermisse den täglichen Kontakt zu den Kolleg:innen, aber es ist es wert. Ich bin froh, dass ich hier bin.“
In Lugau fand sie Anschluss über ihr Interesse für die Natur, sie ist Mitglied der Lugauer Umweltgruppe. Hier hat sie nicht nur Freunde gefunden, sondern ein Stück ihrer Identität zurückgewonnen. Ihr eigenes Reich ist seit kurzem ihr Bungalow in Bad Erna: Ein Rückzugsort für sie und ihren Mann. Früher hätte sie die Gartenarbeit gehasst – heute liebt sie sie. Eigener Gemüsegarten, Hühner, Blumen – alles selbst erschaffen. „Wenn ich Besuch bekomme, zeige ich ihnen meinen Garten, mache einen Spaziergang durchs Dorf und zeige ihnen wie schön es hier ist.“
Tina spricht über Heimat mit einem Lächeln: „Mein Mann. Alles andere ergibt sich.“ Sie spürt den Einklang von Leben, Arbeit und Natur und genießt jede Minute. Zurückzukommen sei die beste Entscheidung gewesen: „Hier kann ich endlich frei sein. So wie ich bin. Alles ist jetzt so, wie ich es mir mal vorgestellt habe.“
Für alle, die überlegen, den Schritt zurück ins Landleben zu wagen, hat sie einen klaren Rat: „Das Landleben ist nie langweilig, man muss es aber wollen. Man braucht alternative Arbeitsmodelle, gute Verbindungen und ein Herz, das offen ist für das, was hier möglich ist.“
Wenn man Tina begegnet, sieht man Glück in seiner reinsten Form: gelassen, im Einklang, mit Blick in die Zukunft. Für sie bedeutet Elbe-Elster grün, entspannt, voller Elan – genau das, was sie gesucht und endlich gefunden hat.
„Ich hätte nie gedacht, dass ich mal als Teilzeit-Bäuerin ende 😉 Aber hier kann ich alles sein, was ich will. Zurückkommen war die beste Entscheidung meines Lebens.“








